Sonntag, 26. Januar 2014

Soundquicky - Eminence Governor vs Celestion Super 65

Vor ein paar Wochen habe ich mir von meinem lieblings Online-Versandhaus (ebay-kleinanzeigen) einen Eminence Governor 12" - Speaker zuschicken lassen. Der Preis (20€) war unschlagbar, allerdings hatte die Sache einen Hacken: Der Governor war nicht mehr so ganz in Form! Das soll heißen, der Speaker war mehr eierförmig als kreisrund, mit leicht zerknitterter Membran und einer Delle im Gusgestell. Auf den Produktfotos sah das allerdings nur halb so wild aus, also ging ich das Wagnis ein.


Als dann der Speaker nach 3 Tagen bei mir ankam, folgte das böse Erwachen. Weder die Form noch die Auflagefläche des Speakers waren einheitlich, sondern entsprachen eher einem modernen Trash-Kunstwerk. Trotzdem wollte ich nicht, dass der erhabene Governor, der mittlerweile ein Meilenstein unter den 12"-Zollern geworden ist, als- ich zitiere- "Snackschüssel" (Simon) endet. Also kontaktierte ich den "McGyver" unter den Gittarrentecs, Mr. Simon "Hegge" Hegwein. 


Es dauerte keine zwei Bier, da hatte mein Freund auch schon die Lösung parat. Zwei überkreuzte Gewindestangen, jeweils durch Ösen geführt, die mit den Bohrlöchern des Speakers verschraubt sind, sollten mit Hilfe von Flügelmuttern sowohl den Speaker in einer Achse zusammendrücken und in der anderen Achsen auseinanderziehen - so zumindest der Plan. Also nicht wie los zum Baumarkt, für fünf 5€ das Material gekauft und am Speaker befestigt. Nach ein paar Feineinstellungen saß die "Speaker-Spange" dann auch wie angegossen. Nun konnten wir nur noch eines tun: Hoffen das die Operation gelingt!


Um unsere Nervösität etwas zu zügeln, folgte erstmal das provisorische Dosenbier, das natürlich bei einer handwerklichen DIY-Tätigkeit nicht fehlen durfte. Nachdem die Dosen dann im Recycling-Container gelandet waren, kam es zum großen Moment. Wir entfernten die Gewindestange vom Speaker und zückten den Zollstock: 30,5 cm über beide Achsen! Sieg auf ganzer Linie. Mir schossen fast die Freudentränen in die Auge, allerdings wollte ich vor Simon nicht weinerlich wirken.


Nun war es endlich an der Zeit den Governor seinem neuen Zellengenossen "little" Celestion Super 65 vorzustellen. Der Beinahme "little" kommt daher, dass der Super 65 vielleicht gerade mal die Hälfte des Gewichts  im Vergleich zum pfundigen Governor auf die Wage bringt und noch dazu nur einen ziemlich kleinen Magneten vorweisen kann. Das hat zur Folge, dass der Governor in seinem neuen Zuhause, einer Marshall MC 212 Gitarrenbox, den dominanteren Ton angebit. Manchmal kommt es eben doch auf die Größe an, wie ihr euch jetzt gerne bei folgendem Soundquiky überzeugen könnt. Als erstes hört ihr den Super 65, dann, nach zweimaliger Riffwiederholung, setzt der Governor ein. Am Ende des Tracks hört ihr beide Speaker zusammen ausklingen.


Der Unterschied ist ziemlich deutlich: Der Governor überzeugt mit einer stärkeren Brillianz in den Bässen und Mitten und ist insgesamt transparenter und nicht ganz so "muffig" wie der Super 65. Noch dazu ist er um einiges lauter und klingt schön "crisp", ohne zu kratzen. Die insgesamt 25€ (Speaker + Werkzeug) waren das Update alle Mal wert.

*Signal-Chain: Gibson LPJ - Hughes&Kettner Tubemeister 18 -  Marshall MC 212 mit Eminence Governor & Celestion Super 65 - Audio Technica MB 2 K - M-Audio Fastrack - DAW Reaper


Sonntag, 12. Januar 2014

Review Bugera 6262: 120 Watt - Sind sie zu laut, bist du zu schwach!


"Heureka, die Post war da!" und hat mir quasi ein zweites Weihnachten beschert. Sowohl mein Audiotechnica MB 2 K also auch der süße Hughes&Kettner Tubemeister 18 sind bei mir zu Hause eingetroffen. Also gleich mal die Verpackung aufgemacht, das dynamische Mikrofon vor meiner DIY-Box platziert, via XLR-Kabel mit meinem M-Audio Fastrack verbunden und die Audiosoftware Reaper angeschmissen. (Soviel zu meiner Signalkette).

Na Na Na Na Na Na Na - Bugera 6262 (2009)

Doch gerade als ich den Tubemeister in die Box stecken wollte, schaut mich von hinten mein grimmiger Bugera 6262 an. Eigentlich steht der wütende Bulide bei uns im Proberaum, wo er auch besser aufgehoben ist als in meinem kleinen Musikzimmerchen, im Wohnungsblock mit Nachbarn. Und dennoch, eine kleine Stimme spricht zu mir: "Mach deinen erstes Review mit dem Bugera". 

Als stehts treue Arbeitsmaschine hat er es auch verdient. Bis jetzt gab es keinen Ausfall, wie bei anderen Brüder aus der Baureihe 2009. Mittlerweile ist Bugera ja zu einer ernstzunehmenden Amp-Firma herangewachesen, die aber ihre Tops auch nicht mehr zu preisen unter 400 verschleudert. Mein Bugera stammt aus zweiter Hand, hat ein etwas fragwürdiges Facelifting bekommen, entspricht aber ansonsten den Werkspezifikationen der Serie von 2009. 

Es handelt sich dabei um eine Kopie des legendären Peavey 5150, seineszeichens ehemaliges Zugpferd von Eddy van Halen, bevor der seine eigene Ampschmiede aufgemacht hatte. Somit hat auch der Bugera wahnsinnige Gain-Reserven, ordentlich Punch und mehr Headroom als man braucht. Eben der ideale Amp für das volle Brett auf die Kauleiste.

Winner Winner - Chicken "Head" Dinner!

Blickt man auf die Front, lachen einen eine Viehlzahl "Chickenhead"-Drehschalter an. Für meinen Geschmack ist die Front fast schon zu unübersichtlich, der Aufbau ist allerdings leicht erklärt. An erster Position befindet sich der Powerschalter und sein Nachbar der "Standby-Switch". Dann folgen der Reverb-und Presenceregler (ja ihr habt richtig gelesen, der Bugera 6262 hat einen digitalen Reverb an Board) für den Leadkanal, danach die identischen Regler für den Clean-und Crunch-Kanal. Dann geht es weiter mit der Lead/Dirty-Sektion. Ein Volumregler, Dreibandequalizer mit Treble, Mid und Bass sowie ein eigener Gainregeler stehen für die Tonformung bereit. Die Sektion Clean und Crunch teilen sich einen Kanal mit jeweils den selben Einstellungsmöglichkeiten wie der Leadkanal. 

Clean, Lead - aber kein Crunch???

Das ganze Lässt sich über eine Footswitch mit vier Tasten ansteuern. Was ich nicht ganz begreife: Nur der Lead und der Cleankanal lassen sich über die Footswitch akitvieren, aber nicht der Crunchkanal (der meiner Meinung nach bei dem Gerät auch überflüssig ist). Die beiden anderen Fußtaster sind für das Zuschalten des digitalen Reverbs und des FX-Loops zuständig. Achja, beinahe hätte ich ihn übersehen. Es gibt noch einen kleinen Brightschalter auf der Vorderseite. Dieser lässt sich allerdings auch nur händisch betätigen und nicht mit den Füßen ansteuern. Ansonsten verleiht er dem Amp natürlich noch ein Fünkchen mehr an Flexiblität und Soundvariationen. Ich persönlich habe ihn aber nicht wirklich zur Soundgestaltung eingesetzt.

Kein Schnick Schnack! - nur das Nötigste befindet sich auf Rückseite des Bugera
Auf der Rückseite passiert nichts wildes. Wir haben einen Eingang für die Stromversorgung via Kaltgerätestecker, zwei Speakeroutpouts für je nach belieben 4,8, oder 16 Ohm, einen Eingang für die Footswitch und den Send und Return für den FX-Loop. Ein kleine besonderheit ist der Preamp-Out, der für das Recording genutzt werden kann und das Signal direkt hinter dem Preamp und vor der Endstufe abgreift. Nettes Feature!

Das Topteil an sich ist gebaut wie ein Panzer. Hinten und vorne besitzt das Top einen Grill aus Metall, das Gehäuse ist mit billigem, aber sehr rebusten, schwarzen Tolex bespannt. An den Ecken befinden sich Schutzkappen aus Metall und am Boden sorgen vier Gummifüßchen für den sicheren Stand auf dem Amp Einzig allein der Tragehenkel macht einen weniger robusten Eindruck. Bis jetzt hat er gehalten, aber evtl. sollte man die Plastikhalterungen durch ein Paar aus Metall austauschen und den gummierten Griff  durch etwas Reißfesteres wie z.B. Leder. Auch die Röhren sitzen fest auf dem vorgesehen Chassi.

Apropos Röhren: Hier reihen sich 7x 12AX7 Vorstufenröhren  und 4x 6L6 Endstufenröhren wie tapfere Zinnsoldaten auf. Mehr kann ein Metallerherz von einem Amp nicht verlangen. Gerade bei den Enstufenröhren unterscheidet sich der Bugera von seinen Konkurrenten. Denn 6L6 Endstufenröhren findet man eher selten in Metalamps, sondern eher bei den Königen im Cleanbereich wie z.B. in der Fender Hot Rod Serie oder den Fendern der Deluxe Reverb Serie.

Grünes Licht = glockenklarer Cleansound vom Feinsten!

Und da wir gerade das Stichwort "Clean" haben fallen lassen, soll der Bugera beim ersten Soundbeispiel gleich mal beweisen, dass er auch sanfte, perlende und glockig-cleane Töne von sich geben kann. Das kurze Beispiel startet mit einem simplen Akkord-Picking und geht dann über ins Strumming. Als Gitarre dient eine Gibson Les Paul LPJ mit aktiviertem Halspickup, heruntergestimmt auf B-Standard:

Bugera 6262 - Clean Channel

Viele Stimmen aus dem Web schreiben und reden darüber, dass der Clean-Channel keine vernünftigen Klänge hervorbringt. Dem kann ich nicht zustimmen. Gerade mit der etwas ungewöhnlichen (für Highgainamps) Auswahl an Endstufenröhren und jeder Menge Headroom, kann der Bugera auch eine Metalballade mit Bravur meistern und bleibt auch bei einer höheren Lautstäkre stehts sanft und perlig ohne zu verzerren.

Volles Brett mit Mitten auf Maximum!

Nun aber mal volles Brett mit den Mitten auf  Maximum und dem Gainregler auf 1 Uhr. Als Gitarre dient wieder die Gibson Les Paul LPJ diesmal mit aktiviertem Bridgepickup:

Bugera 6262 - Heavy 1

Der Bugera drückt hier einen förmlich ins Gesicht und trotz vollem Mitteneinsatz klingt er tight und nicht nach Matsch. Die Übertragung der Saiten ist ein Traum. Hier hat man volle Kontrolle über seinen Anschlag und es geht nichts an Spielgefühl verloren. Der Bugera beißt sich regelrecht durch das Riffing. Im Bandgefüge kann ich nur sagen, hat man mit dem Bugera einen durchsetzungsfähigen Partner zur Hand. Hier kommt ihr gegen jeden ENGL Powerball an. Einziger Wehrmutstropfen: Es quietscht und brummt wie beim großen Vorbild. Ab einer gewissen Lautstärke ist ein Stakatospiel kaum mehr möglich, da das Feedback auch bei passiven Tonabnehmern immens hoch ist. Aber auch hier gibt es eine Lösung. Einfach ein Handelsübliches Noisegate davor oder dahinter schalten - in meinem Fall ist es im Liveeinsatz ein Boss NS 2 - und die nervenden Nebengeräusche sind passé.

Mitten ein wenig Raus, Höhen rein - und Gas!

Jetzt noch ein Soundbeispiel mit etwas weniger Mitten, dafür mit vollem Höhenanteil. Gain bleibt auf der selben Stufe:

Bugera 6262 - Heavy 2

Auch hier haben wir ein dichtes Klangbild mit etwas weniger Fundament dafür mit sägenden Höhen. Der Amp lässt tatsächlich jede Art von Metalsounds zu. Ich selbst verwende ihn für Deathmetal, liebe aber mehr einen mittigen Sound mit gemäßigtem Gain. Wer aber auf die gute alte "Kreissäge" steht, der wird mit dem Amp genauso Freude haben.

Meiner Meinung nach sollte man bei Amps auch immer darauf achten, dass  auch im verzerrten Betrieb die einzelnen Töne gut hörbar sind. Deshalb zeigt das letzte Beispiel wie sich der Bugera in dieser Disziplin verhält. Hierfür hab ich ein Riff eingespielt, dass ein wenig an Parkwaydrive angelehnt ist, die übrigens die "orginal" Peaveys 5150 und 6505 für ihr Liveset verwenden:

Bugera 6262 - Heavy 3

Die Töne sind klar voneinander getrennt, auch bei offenen Akkorden unter ordentlicher Zerre. Hier wird vom Amp kein Ton verschluckt. So muss es sein.

Fazit: Wer auf den Sound der "Orginale" steht, der bekommt für kleines Geld einen nahzu identischen Sound, der für alle Metalgenres auf der Bühne und bei der Probe einen sehr gutes Gesamtbild abliefert. Die Verarbeitung ist vollkommen in Ordnung. Einziger Minuspunkt sind die hohen Nebengeräusche, die ohne Noisegate nicht wirklich zu bendigen sind. Wer also keine 1000 Tacken für einen gebrauchten Peavey zur Hand hat, kann beherzt zugreifen. Aber Obacht: Die Modelle von 2009 sind oft noch fehlerbehaftet. Informiert euch hier bei einem gebrauchten Bugera, ob schon Reperaturen vorgenommen werden mussten. Die neuen Modelle der Infiniumreihe sind etwas teurer, dafür weißen sie nicht mehr die alten Kinderkrankheiten ihrer Vorgänger auf.  4/5 Punkten

Montag, 6. Januar 2014

Kurzer Ausblick

Customized Harley Benton Jaguar
Da ich in den letzten Wochen wieder viel altes Equipment losgeworden bin (unter anderem mein VHT Special 12/20 Topteil und mein Rocktron Utopia G100) habe ich mich entschieden wieder ein paar Neuinvestitionen zu tätigen. Auf dem Weg sind im Moment ein Hughes&Kettner Tubemeister 18 Topteil als auch ein Audio Technica MB 2 k. Ich hoffe, dass Beide in den kommenden Tagen hier eintreffen werden, damit ich euch zeitnah über die Zwei berichten kann. Besonders gespannt bin ich auf das AT MB 2k, da es als wirklich günstige Soundalternative zum weitverbreiteten Shure SM 57 gilt.

Mal sehen ob diese Behauptung Stand halten kann. Ebenfalls wird es ein Review über meine customized Harley Benton HB JA 60-SB Vintage Serie (vgl. Foto) geben, sowie eine Hörprobe meiner blauen DIY-Gitarrenbox. Also schaut die Woche unbedingt wieder rein!

Sonntag, 5. Januar 2014

Bunny on the box

Emely-The Bunny on the box
Sicherlich habt ihr euch schon gefragt, wer das süße Zwergkaninchen auf der blauen Box ist. Diese Frage kann ich euch gerne beantworten: Das ist unsere lesbische Mitbewohnerin Emily. Sie wohnt jetzt schon seit fast einem Jahr bei meiner Freundin um mir zu Hause - zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Amy. 

Im Moment versucht sie ihre Brötchen mit dem Modeln zu verdienen. Anscheinend hat sie die Nase voll, dass wir ihnen nur die alten Brötchen geben, die wir nicht mehr essen wollen. Ich bin ja kein Unmensch - also habe ihr vorgeschlagen, ihr ersten Gehversuche in der Modelwelt auf meinem Blog zu präsentieren. Und siehe das, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sie ist auch mächtig stolz darauf. So stolz, dass sie sich gleich bei "Germanys next Top-Hoppel" bewerben wollte. Ich hoffe das kann ich ihr noch ausreden. Wir werden sehen!

Achja, was die Box angeht - immerhin soll der Blog sich hautsächlich um musikalische Gerätschaften drehen und nicht unbedingt um meine pelzigen Mitbewohnerinnen -  handelt es sich um einen Eigenbau. Mein guter  Freund Simon hat mir bei den Bastelarbeiten zur Seite gestanden und wir haben in einer halben Woche eine - für mich wirklich erstaunlich gut klingende - Orange PPC 212 - Neuschöpfung zusammen geschustert. Herzstück der Box sind die beiden WGS HM 75 Speaker, die den klassischen Celestion G12T -75 nachempfunden sind, allderdings die Mitten etwas mehr zur Geltung bringen. Ich persönlich empfinde Sie als wirklich empfehlenswerte Alternative zu den Orginalen und auch zu den in den härteren Musikgenres weitverbreiteten Celestion V30. Natürlich ist das nur meine subjektive Meinung. Aber wer seinen eigenen Sound sucht und mal von den gängigen Herstellern weg will, der ist mit der Firma WGS bestens bedient. 

Die Teile für die Box sind alle aus dem Baumarkt und von tube-town.net. Die Anleitung für den Bau habe ich mir aus einigen youtube-Videos hergeleitet. Hat mich ein paar Stunden gekostet, aber das war es im Endeffekt auch wert. Die Box ist ein wahre Wucht - eben ähnlich wie bei den Oranges. Da bewegt sich gewlatig viel Luft. Da wird sogar der kleine Übungstransistor mit 15 Watt zu einer wahren Ohrenfreude. Einen Nachteil hat die Box jedoch: Ihr Gewicht. Mit knapp 40 Kg ist sie nicht gerade eine Wohltat für den Rücken. Da merkt man schon die 18-20 mm dicken Birkenmultiplexplatten. Die Rollen helfen zwar auf ebenen Boden, wenn es allerdings Berg auf gehen soll, dann ist man froh über eine helfende Hand. So oder so, sie bleibt einzigartig vom Sound und ist einer meiner Schätze.

Wenn ihr Interesse habt, selbst eine solche Box zu bauen, dann könnt ihr mir gerne eine Mail an julian.zierhut@gmail.com schreiben. Dann kann ich euch gerne die Video-Links schicken. Vielleicht finde ich auch noch meine alten Aufzeichnungen.

Ich werde  in den kommenden Wochen mehr Fotos von der Box und auch ein paar Soundbeispiele hochladen, damit ihr euch selbst von der Schönheit und dem Sound überzeugen könnt. Ihr dürft gespannt sein!



Freitag, 3. Januar 2014

Gierig nach Gear?

Sind wir nicht alle ein wenig "gearig"?
Liebe Musikerkolleginnen und Kollegen, 

Schon mal von dem Begriff "GAS" gehört? Darunter versteht man laut einem Artikel auf musicradar.com (9/Oktober/2013) eine Art Suchtgefährdung in Zusammenhang mit der regelmäßgigen Anschaffung (Akquisition) von musikalischen Geräten (Gear), die ausgeschrieben  als "Gear Acquisition Syndrom" bezeichnet wird. Auf deutsch also: "Geräte-Anschaffungs-Syndrom."

In dem Artikel wird die Behauptung aufgestellt, dass so gut wie jeder Gitarrist, egal ob Hobbymusiker oder Profi, schon unter diesem Syndrom gelitten hat. Tatsächlich kann ich dieser Behauptung etwas abgewinnen, denn wenn ich auf die letzten 10 Jahre meiner "Gitarrenkarriere" zurückschaue, kommen da einige Transaktionen verschiedenster Anschaffungen, von Pedalen über Gitarren bishin zu diversen Amps und Boxen zusammen.

Ist das nun ein Problem? Muss ich mich mir deswegen Hilfe suchen? Leider gibt auf diese Frage der Artikel keine Antwort. Am Ende steht der Leser alleine da als gebranntmarkter "Gear-Akquisition-Addict". Ich habe versucht in einer Selbsthilfegruppe unterzukommen, nur leider gibt es wohl zu wenig Menschen im deutschen Raum, die sich zu Ihrer Krankheit bekennen.

Das soll nun ein Ende haben. Mit diesem Blog biete ich der Online-Community "Hilfe zur Selbsthilfe" an. In regelmäßigen Abständen werde ich hier meinen Verlauf von "GAS" dokumentieren und mit spannenden Berichten, Soundbeispielen und Videos hoffentlich einen sinnvollen Nutzen aus dieser Abhängigkeit ziehen. 

Ich tue das nicht nur für mich! Ich tue es für alle, die ihre Sucht im stillen Musikzimmer ausleben müssen, weil ihr Umfeld nicht versteht, was es heißt sein Instrumentensignal durch einen neuen analogen oder digitalen Signalweg von Transistoren, Halbleitern und Röhren zu jagen oder nicht nachvollziehen können, wie einem das Herz aufgeht, wenn man die Schwingungen von neuen, noch unbekannten, mit Saiten bespannten Holzkörpern wahrnimmt. 

Nun aber genug der emotionsschwangeren Satzgefüge. Hier ist mein Bekenntnis: "Hallo mein Name ist Julian und ich bin ein "Gear-Akquisition-Addict"! Und du?